„Zwietracht oder friedliches Zusammenleben"

Wenn Ihr wollt, dass wir in Richtung eines friedlichen Zusammenlebens in der Stadt hinsteuern, dass wir den Wohlstand erhalten und den tatsächlich sehr erfolgreichen Weg in der Stadt fortsetzen, dann bitte geht's hin und wählt‘s sozialdemokratisch. Wenn Ihr wollt, dass Hass und Zwietracht in der Stadt einziehen, dass Leute gegeneinander aufgehetzt werden - bis hin zu brennenden Asylantenheimen -, dass Wien zur kulturellen Bedeutungslosigkeit absteigt und unser Wohlstand gefährdet wird, weil internationale Investoren ausbleiben, dann geht's hin und wählt's Herrn Strache. Das sind die einfachen Botschaften. Und eines ist auch klar: Jeder, der nicht wählen geht, aus welchen Gründen auch immer, gibt eine halbe Stimme für Herrn Strache ab.

Aber mir macht ein anderer Fall viel mehr Kopfzerbrechen, nämlich der BUWOG-Skandal. Da haben sich offensichtlich Menschen bei der Privatisierung von Wohnungen, die in Bundeseigentum waren, bereichert. Wenn das der Plan des Herrn Strache für Wien ist, dann soll er es sagen. Nämlich, dass er beabsichtigt, die Wiener Gemeindewohnungen zu verkaufen und sich daran auch noch zu bereichern.

Es war für mich schon bemerkenswert, wie sehr der damalige Chef der Freiheitlichen Partei gerade arabische Länder und arabische Machthaber hofiert hat. Sein Interview mit Al Jazeera - mit dem Falken im Hintergrund - und seine Besuche bei Saddam waren ja schon damals Gegenstand von Diskussionen und Spekulationen. In Erinnerung sind auch seine Kärntner Events mit dem Sohn von Gaddafi. Es hat allerdings niemand seriöserweise annehmen können, dass da auch sehr viel Geld im Spiel war. Offensichtlich gab es Finanzierungen und Finanzierungssysteme über Auslandskonten und über die Hypo Kärnten. Das gibt der ganzen Problematik der Hypo Kärnten natürlich einen zusätzlichen Aspekt. Aber eines ist klar: Die Freiheitliche Partei wird sich nach dem Motto „Einfach ehrlich, einfach Jörg" für all das verantworten müssen.

Das (das Wiener Blut-Plakat) ist natürlich eine sehr, sehr bewusst gesetzte grausliche, widerliche Provokation. Herrn Strache ist von vielen Medien vorgeworfen worden, dass er in diesem Sommer völlig absent war. Und dann will er mit einem Plakat wieder an die niedrigen Instinkte seiner rechtsradikalen Freunde andocken. Die Provokation ist ihm gelungen. Alle diskutieren über dieses hässliche, grausliche, widerliche Plakat. Das ist etwas, wo ich sage: Wer so etwas notwendig hat, der muss schon tief gesunken sein. Aber ich bin überzeugt davon, dass damit der Tiefpunkt der Grauslichkeiten noch nicht erreicht ist.