„Unser Biotop für Kultur"

In Wahrheit bringt - rein ökonomisch gesehen - dem Steuerzahler die Kultur mehr, als sie kostet. Das ist überhaupt keine Frage. Unsere Aufgabe ist es, jene Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen die Kultur blühen kann. Wenn wir etwa den bildenden Künstlern nicht durch die Kooperation mit Galerien helfen, dass sie ihre Bilder auch verkaufen können, dann wird das alles nichts. Wir haben in der Kultur eine solche Vielfalt - das ist einfach fantastisch. In Wirklichkeit geht es darum: Wie schaut das Biotop Stadt aus, in dem die Kultur leben kann?

Kultur und Forschung waren für uns immer von zentraler Bedeutung. Während anderswo Theater zusperren - leider auch in Berlin - werden bei uns welche eröffnet. Ich glaube, dass wir mit der inhaltlichen Aufteilung der Bühnen einen großen Schritt vorwärts in der Kultur gemacht haben. Was mir für Wien vorschwebt, ist die Vision, dass wir neben der Welt- und Hauptstadt der Musik, der Weltstadt der Kultur, auch eine Weltstadt des Wissens werden. In der Vergangenheit hatte Wien eine Reihe von Nobelpreisträgern und - das wird ja zum Beispiel in den USA heute wiederentdeckt - wir hatten eine ganze philosophische Schule. Und dieser philosophische Überbau über Kunst, Kultur und Wissenschaft in ihrer ganzen Diversität ist etwas wirklich Faszinierendes.