„Unsere Zukunft hängt davon ab, wie wir Wissenschaft fördern."

Unser Lebensstandard der Zukunft - der Lebensstandard unserer Kinder -hängt davon ab, wie wir heute Wissenschaft, Forschung, Technologie und Innovation fördern und voranbringen können. Da könnte man ein ganzes Buch über diese Dinge schreiben.

Die Sozialdemokratie hat bei der letzten Gemeinderatswahl in Wien unter den jungen Leuten rund 50 Prozent der Stimmen bekommen - natürlich nur von jenen, die hingegangen sind. Bei den jungen Menschen muss man auf zwei Dinge besonderes Augenmerk legen.
Der erste Punkt ist, dass man die Jugendlichen in ihrer Sozialisation - besonders in ihrer politischen Sozialisation - nicht alleine lässt. Da haben wir uns in der Vergangenheit nicht im hinreichenden Ausmaß darum gekümmert. Und zweitens müssen wir letztendlich auch ausreichend kommunizieren, dass der junge Mensch selbst entscheiden muss, was ihm wichtig ist. Ist es ihm wichtiger, dass Herr Strache in einer Disco eine Runde Bier schmeißt oder ist es ihm wichtiger, dass er einen Lehrplatz bekommt? Wer tut was für ihn? Wir werden etwa in Wien dafür sorgen, dass jeder junge Mensch, der einen Lehrplatz will, auch einen bekommt.

Während in Großbritannien beispielsweise 90 Prozent aller Wissenschafts-, Forschungs- und Technologie-Förderung aus dem privaten Bereich kommt, ist es in Österreich genau umgekehrt. Es gibt in Österreich einen einzigen Wissenschafts-Förderungsfond, der privat finanziert wird. Den gibt es in Wien. Bemerkenswerterweise darf ich in diesem Fond der Vorsitzende sein, was wirklich absolut skurril ist, dass das ein Sozialdemokrat macht. Bei aller Sympathie für den Präsidenten der Österreichischen Wirtschaftskammer - aber wenn er sagt, man sollte eigentlich bei der Grundlagenforschung einsparen, dann erschreckt mich das. Nicht weil ich mir Sorgen mache, dass tatsächlich bei der Grundlagenforschung eingespart wird, sondern ich mache mir Sorgen um das Verständnis, das dahinter steht. So ein Satz sagt ungeheuerlich viel aus über den Zugang zu Fragen der Wissenschaft und Forschung, über das Verhältnis von Grundlagenforschung zur angewandten Forschung und vieles andere mehr. Es zeigt in Wirklichkeit aus meiner Sicht ein betrübliches Unverständnis - und das sollte ein führender Vertreter der Wirtschaft nicht haben.

Ich bin überzeugt, die Stadt profitiert viel davon, dass sie eine offene, internationale Stadt ist. Ich glaube auch die Kultur dieser Stadt profitiert davon, die Wissenschaft sowieso, weil die Wissenschaft ist per Definition eben international. Zu behaupten, dass man einen abgeschotteten Bereich Wissenschaft betreiben kann, ist ja absurd.

Wissenschaft ist für uns sehr wichtig. Wenn ich mir noch den Halbsatz dazu erlauben darf: Nämlich nicht für die intellektuelle Befriedigung des Bürgermeisters, sondern für die Zukunft der Wirtschaft und für die Zukunft der Arbeitsplätze in Wien. Denn das ist letztendlich unsere Zukunft, nämlich dass wir heute über die Wissenschafts- und Technologiepolitik die Arbeitsplätze von morgen schaffen. Damit wir den Wohlstand, den wir heute haben, unseren Kindern weitergeben können.